Donnerstag, 7. Juni 2012

The rest is still unwritten...


Die 14 Wochen sind vorbei. Unser Abschlusskonzert liegt jetzt zwei Wochen in der Vergangenheit, wird also langsam Zeit, dass auch noch ein Abschlussblog kommt.

Das Graduation Concert war ganz wunderbar, mit einer tollen Band, vielen tollen Liedern, und einer Abschlussparty bis ins Morgengrauen, bei der sich alle nochmal mehrmals gesagt haben wie lieb sie sich haben. Genau so muss das sein! :)Thomas hat sich zu meiner großen Freude sogar breit schlagen lassen das Konzert zu filmen. Am nächsten Tag hab ich leider merken müssen, dass mein überaus fantastisches „Good and Evil“ in meinem Kopf einfach noch ein ganzes Stück fantastischer war als auf der Aufnahme. Allerdings hab ich mir mittlerweile auch alle anderen Videos angeschaut und herausgefunden: Die klangen alle live viel besser! Liegt also gar nicht an mir. :)


Anschließend hatte ich noch ein paar Tage mit meiner Mutter in Kopenhagen, mit Sonne, Bootsfahrt, und natürlich noch weiteren Abschiedsfeierlichkeiten mit den anderen Academy-Sängern, wo sich nochmal alles sagen wie lieb sie sich haben :). Darunter natürlich auch ein Eurovision Song Contest-Abend, mit zwei überaus glücklichen Schwedinnen und zwei nicht ganz so glücklichen Norwegerinnen.


Und nachdem mir Frøydis die Erlaubnis gegeben hat, das Video von unserem vorletzten Konzert online zu stellen, kommt hier wenigstens mal ein Video online:



Jetzt bin ich zu Hause im Allgäu bei der Mama, und da ist es grad so nett, dass ich da etwas länger verhockt bin, als eigentlich geplant. Nächste Woche geht’s allerdings nach Berlin, und dann werd ich mich doch langsam dran gewöhnen müssen, dass die Realität mich wieder einholt: Job suchen, Wohnung suchen, keine rosarote Oase mehr, und noch dazu auf einmal auch wieder einen Männeranteil über 25% in meiner Umgebung.


Was kann man sagen. Es war toll, es war lehrreich, es war spannend… aber es war auch unglaublich anstrengend, vor allem gegen Schluss.
Wie ich am Anfang mal erwähnt hatte, waren wir unterteilt in zwei Gruppen, Ruby und Emerald. In der Ruby-Gruppe waren vorwiegend Leute, die mit Gesang oder Schauspiel bereits ihre Brötchen verdienen. Ich war in Emerald, der anderen Gruppe. Diese Aufteilung hat wahrscheinlich den Sinn, dass Unerfahrene nicht gehemmt werden, und hat mir vielleicht gerade anfangs auch ganz gut getan. Doch sie hatte auch eine andere Auswirkung. Während bei den Rubys generell ein recht hohes Maß an Pünktlichkeit und Konzentration herrschte, waren diese beiden Tugenden bei uns von Anfang an nicht wirklich ausgebaut und haben sich gegen Ende fast komplett verabschiedet. Das hat mich phasenweise doch ein bisschen in den Wahnsinn getrieben. Und irgendwie war ich bei uns die Einzige mit dem Wunsch nach Ordnung und Disziplin (und noch dazu die einzige Deutsche, auweh…). Da dachte ich mir dann doch manchmal, dass ich mir in der anderen Gruppe vielleicht doch ein wenig leichter getan hätte.
Macht aber alles nix, war trotzdem toll und lehrreich und spannend.

Was hab ich denn alles gelernt….
Generell erst mal ein anatomisches Verständnis: Was passiert wenn man singt, was hat welche Auswirkungen, was muss man ändern wenn man den Klang in eine bestimmte Richtung ändern will. Und das hilft mir unglaublich viel, weil ich ein logischer Lerntyp bin. Wenn ich versteh, was wirklich im Körper passiert, fällt es mir viel leichter das nachzumachen. (Anderen hilft das gar nicht, denen fällt es leichter mit Bildern oder wenn sie den Klang nachmachen.)
Dann natürlich das Luft zurückhalten und damit laut singen ohne heiser zu werden!!! Ich kann in Overdrive zwar im Moment immer noch nur die zwei Overdrive-Vokale verwenden und sonst keine, das macht die Songauswahl etwas schwierig, aber ich weiß wie ich weiter dran arbeiten kann.
Überhaupt, was für eine große Rolle die Vokale spielen.
Geduld haben…
Ich habe neue Künstler kennengelernt. Durch die verschiedenen Sänger aus verschiedenen Ecken bringt jeder was anderes an, Coldplay, Lady Gaga und natürlich the Wonders of Stevie Wonder! Den hab ich viel zu lang verkannt…
Wo meine eigenen Stärken liegen. Ich dachte immer, nette, leisere Balladen singen kann doch jeder. Und hier hab ich gemerkt: Nein, da tun sich manche auch ganz schön schwer.
Wie viel mehr noch man sich mit dem Thema Interpretation beschäftigen kann, und wie wichtig das ist…
Herzblut ist wichtiger als Technik.

Und besonders wichtig: Ich hab meine Ziele etwas genauer definiert.
Ich will einfach nur mehr Musik machen als bisher. Mehr will ich gar nicht. :)
Wenn ich dafür irgendwann auch noch Geld bekomme, freut‘s mich natürlich, aber falls das nie der Fall sein sollte, werde ich auch nicht unglücklich. Und das beim Singen Schauspielern steckt noch im Anfängerstadium, aber taugt mir einfach unglaublich gut, das will ich auf alle Fälle mehr machen.

Wie geht es also weiter?
Nächste Woche geht‘s nach Berlin, dort ich such mir einen Job (höchstwahrscheinlich als Programmiererin), ein ambitioniertes Amateur-Musiktheater, in dem ich mich austoben und hoffentlich viel lernen kann, und einen Gitarristen oder eine kleine Band für kleinere Konzerte.

Das klingt doch gar nicht so unmachbar. :)  Drückt mir die Daumen!

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