Mich hat es grad stimmlich ein bisschen darnieder gestreckt. :( Witzigerweise nicht vom Singen, sondern vom in der Kälte Laufen. Ich hab gemerkt, dass man in der Stunde nach der Schule nichts Vernünftiges anstellen kann, außer sich aufs Bett legen und die Decke anstarren. Oder Laufen gehen. Mach ich also beides im Wechsel, damit‘s nicht eintönig wird. Falls man dabei aber übersieht, dass die Temperaturen grad doch wieder gegen Null gehen, fällt Laufen nicht mehr unter die Vernunft-Kategorie. Blöd. Dienstag Halsweh, Donnerstag Schnupfen, Samstag Husten. Ab Montag wieder alles gut hab ich beschlossen. Dann muss gut sein, nervt ja jetzt schon.
Auf dem Plan stand diese Woche unter anderem "Wie kündige ich meinen nächsten Song an". Man sollte meinen Pillepalle, aber wer mich schon mal in leicht nervösem Zustand auf der Bühne rumhoppeln gesehen hat, wie ich die Namen der Komponisten/ Bandmitglieder vergesse, verwechsle oder einfach nur Blödsinn brabble, weiß, dass man das vielleicht doch ein bisschen verbessern könnte. Und zu meiner großen Erleichterung bin ich nicht die Einzige, die sich beim Song vorstellen unwohler fühlt als beim Singen selbst.
Trotz Erkältung gibt es auch dieses Mal ein Singing with Pianist. Ich wähle ein Musical-Stück, und als die lauteren Passagen nicht funktioneren, sagt Julie: „Das geht nicht, da ist bei dir Luft mit dabei.“ Sowas, wo kommt denn die her? Oh mann… Diesen Twang hab ich immer noch nicht drauf, also übt Julie genau den mit mir.
Julie: „EEEH EEEH EEEH“.
Nina: „EEEH EEEH EEEH“
Julie: „Mach den Ton schärfer“.
Nina: „EEEH EEEH EEEH“
Julie: „Der Ton muss jetzt nicht hübsch sein“
Nina: „EEEH EEEH EEEH“
Julie: „Noch schärfer“.
Nina: „EEEH EEEH EEEH“
Julie: „Wie eine Ente“
Nina: „EEEH EEEH EEEH“
Ich kann doch nachvolllziehen als nach 5 Minuten langsam alle das Lachen anfangen. Julie nicht: „Nicht lachen, das ist schwer!“ Irgendwann krieg ich‘s tatsächlich hin. Aber das muss noch mehr geübt werden... Und ich glaub ich muss doch Thomas Ratschlag befolgen und nur noch Jan Delay hören (DAS ist Twang!).
Zusätzlich hatten wir diesen Mittwoch nach dem Unterricht einen Microphone Technique Abend von 17-20Uhr. Finnischer Einwurf: „Die Andere Gruppe hatte beim Microphone Technique Abend Alkohol. Können wir das auch so machen?“ Also ging es um fünf mit Erlaubnis, Bier, Wein, Chips und Mikros in ausreichend großem Sicherheitsabstand weiter. Das war dem Lernprozess vielleicht nicht unbedingt förderlich (der Unterricht musste spontan um eine Stunde verlängert werden), der Laune jedoch sehr! Der Abend wird in ein kleines Privat-Konzert umdiktiert mit Michelles konstruktiver Kritik an unserer Mikrohaltung.
Diese Woche hatten wir auch wieder Ambition & Music Business. Gehört definitiv zu meinen Favoriten, schade dass wir davon nur wenig Stunden haben. Im Moment sind wir eher noch im Bereich „Ambition“: Wo will ich eigentlich hin? Und wie komm ich dahin? Ich bin diesem Fach ziemlich dankbar. Jedes Mal erfahre ich ein kleines Stück über mich selbst, das mich überrascht. Keine großen, weltbewegenden Dinge, nur kleine oder größere Aha-Erlebnisse. Sehr spannend. Diesmal merke ich, dass mich die erste Frage gar nicht dorthin führt, wohin ich eigentlich erwartet hätte... Aber ich weiß noch nicht wohin stattdessen.
Und so werde ich mich nun im Zuge der Selbstfindung und der Genesung mit meinem selbstgebrauten Zwiebeltee ins Bett packen. Und vielleicht mit Jan Delay im Ohr. :)
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